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Jugendberufshilfe - Düsseldorf

05. September 2013
Rehapädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilder/innen

„Und, wie fühlt man sich als frischgebackener Auszubildender?“ – „Gut, ich bin total happy.“

Für die neuen Auszubildenden beginnt diese Woche der Einstieg ins Berufsleben. - Damit sich die Hoffnungen der Jugendlichen auf eine erfolgreiche und qualitativ gute Ausbildung erfüllen, haben die entsprechenden Abteilungen auch diesmal im Vorfeld alle Weichen gestellt.

(Für weitere Fotos bitte auf das Bild klicken.)

Neu ist, dass alle Ausbilder und Ausbilderinnen der sogenannten Reha-Ausbildungsgänge auf der Eulerstraße sowie der Emmastraße von Juli 2012 bis zum Sommer diesen Jahres eine umfängliche Fortbildung absolviert und damit eine „Rehapädagogische Zusatzqualifikation“ erworben haben.

Die modulare Fortbildung mit einem Umfang von 320 Stunden wurde auf Initiative der LAG ÖRT NRW in Kooperation mit der BAG ÖRT umgesetzt. Als Dozenten für die Schulungen, zu den 7 Themenblöcken

Reflexion der betrieblichen Ausbildungspraxis

Psychologie

Pädagogik, Didaktik

Interdisziplinäre Projektarbeit

Arbeitskunde/Arbeitspädagogik

Rehabilitationskunde

Recht / Medizin

an der auch Ausbilder/innen aus Kleve, Emmerich, Ahaus, Geldern und Euskirchen teilgenommen haben, konnten Angela Werner, die Geschäftsführerin der BAG ÖRT, und  Stephan Oschem gewonnen werden.

Abschluss der Fortbildung bildete ein Kolloquium am 19.07.2013 im Ausbildungsrestaurant L´Abbaye, auf dem die 20 Lehrgangsteilnehmer/innen ihre Projektarbeiten, die zuvor bereits schriftlich eingereicht worden waren,  nochmals vor einer Kommission präsentierten.

Jenseits von PowerPoint

Sowohl die Qualität der eingereichten Arbeiten als auch die kurzweiligen Präsentationen, die durch Fotos, Filme, Exponate, Rollenspiele und Übungen mit spontan eingeforderter Kommissionsbeteiligung aufgelockert wurden,  zeigten deutlich den „pädagogischen Mehrwert“ der Fortbildung. Entsprechend konnte Peter Walbröl allen Teilnehmer/innen ihr Zertifikat aushändigen.

 

Zum Hintergrund dieser Fortbildung

Im Zuge der Verabschiedung der Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG/§ 42m HwO durch den Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) müssen Ausbilder nach § 6 Abs. 2 dieser Regelung eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation nachweisen.

Das Rahmencurriculum greift die inhaltlichen Vorgaben des BIBB-Hauptausschusses vom 17. Dezember 2009 zur Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß § 66 BBiG / § 42m HwO auf. Hiernach ist für die Durchführung einer entsprechenden Berufsausbildung grundsätzlich eine der Ausbilderinnen und Ausbilder im Umfang von 320 Stunden erforderlich.

Eine solche Weiterbildung dient der Professionalisierung von Ausbilderinnen und Ausbildern, speziell in Bezug auf heterogene Ausbildungsgruppen, die auch Menschen mit Behinderung umfassen und sichert darüber hinaus die Qualität der Ausbildung.

Von der Pflicht zur Kür

Für viele altgediente Ausbilder/innen hieß das, nach Jahren oder Jahrzehnten mal wieder „die Schulbank drücken“ und sich plötzlich wieder in der Rolle Lernender wiederzufinden, um den neuen Standards der Agentur für Arbeit gerecht zu werden. Doch das Engagement während der  Fortbildung, die Qualität der Projektarbeiten sowie die variablen und souveränen Abschlusspräsentationen machten klar, dass die Teilnehmenden nicht nur formal ihr „Soll“ erfüllt, sondern sehr viel Herzblut in diese Fortbildung investiert haben.

Stellvertretend zieht Oliver Noack Bilanz: „Es war anstrengend bis sehr anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht und sich unter dem Strich sicherlich gelohnt. Ich kann jetzt methodisch neue Wege beschreiten und habe Impulse mitgenommen, die meinen Auszubildenden bereits jetzt zugute gekommen sind.“