05. Juli 2016
Klar im Kopf - Präventionsinitiative gegen religiös oder ideologisch begründete Intoleranz

Wilfried Johnen vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein regte schon sehr früh den Gedanken an, ein Präventionsprojekt gegen zunehmende religiöse oder ideologische Radikalisierung von Jugendlichen zu entwickeln.  Nachdem er in Stadtdirektor Burkhard Hintzsche,  Dr. Dalinc Dereköy vom Kreis der Düsseldorfer Muslime sowie dem Geschäftsführer der JBH Peter Walbröl schnell Mitstreiter gefunden hatte, war die konzeptionelle Entwicklung sowie Vernetzung der Jugendberufshilfe Düsseldorf nunmehr so weit gediehen, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel gemeinsam mit den maßgeblichen Initiatoren das Leuchtturmprojekt „Klar im Kopf“ am 27.06.2016 im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen konnte.

Von links: Dr. Dalinc Dereköy, Burkhard Hintzsche, Thomas Geisel, Wilfried Johnen, Mike Theisen - Bild: Michael Gstettenbauer)

„Klar im Kopf“ versteht sich als pädagogische Antwort auf Indoktrinationsversuche und „Hirnwäsche“ durch pseudo-salafistische oder rechtsradikale Strömungen. Inhaltliche Aufklärung und das Training interkultureller Kompetenzen zielen in erster Linie auf eine Stärkung der Persönlichkeit und eine entsprechende Resistenz gegenüber „Menschenfängern“ jedweder Couleur.

Neben verstärkten interkulturellen Begegnungen wird in Zukunft noch stärker geprüft, inwieweit mit den praktischen Aufgaben im Maßnahme- und Ausbildungsalltag der JBH - sei es die Pflege des Jüdischen Friedhofs, von Gedenkstätten, oder Renovierungsarbeiten in Flüchtlingsunterkünften – „Lernaufgaben“ für die Jugendlichen verbunden werden können, die dem Aufbau eines gegenseitigen Verständnisses und eines toleranten Miteinanders dienen.

Dass dieses Projekt - insbesondere durch die in dieser Form einmalige Kooperation jüdischer und muslimischer Gemeinden - bereits jetzt auf breites Interesse stößt, zeigt auch die vielfältige mediale Resonanz.