31. März 2017
Assistierte Ausbildung für anerkannte junge Geflüchtete

Die Stadt Düsseldorf richtet in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und der Jugendberufshilfe in verschiedenen städtischen Ämtern eine "assistierte Ausbildung" für junge anerkannte Flüchtlinge ein. Die Stadt Düsseldorf hat hier acht zusätzliche Ausbildungsstellen zu Verfügung gestellt.

(Stadtspitze mit den ersten vier Projektteilnehmern: Stadtdirektor Hintzsche, Nihad Marhak, Khdr Hgab, Belal Altryake, Oberbürgermeister Thomas Geisel und Muhammad Wissam al Hamwe. - Foto: Uwe Schaffmeister )

Die assistierte Ausbildung beginnt mit einer mehrwöchigen ausbildungsvorbereitenden Phase in den städtischen Betrieben (Vorpraktikum). Bei erfolgreichem Verlauf sollen diese jungen Menschen nach den Sommerferien in ein Ausbildungsverhältnis bei der Stadt übernommen werden.

Neben Ausbildungsstellen als KFZ-Mechatroniker, Verwaltungsfachangestellter, Straßen- und Kanalbauer sollen beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt in Kürze vier weitere Praktikumsplätze als Gärtnerin beziehungsweise Gärtner in verschiedenen Fachrichtungen eingerichtet werden. Die Auswahl der Praktikantinnen und Praktikanten erfolgt in enger Abstimmung mit dem Jobcenter Düsseldorf und der Jugendberufshilfe Düsseldorf, wobei Vorbildungs- und Sprachvoraussetzungen sowie der Aufenthaltsstatus eine entscheidende Rolle spielen. Die Jugendberufshilfe übernimmt die sprachliche Förderung und die flankierende sozialpädagogische Betreuung der jungen Geflüchteten in den Betrieben und den Berufsschulen. Ein Paten- beziehungsweise Mentorenprogramm, das auf Initiative des Hauptamtes der Stadt Düsseldorf eingerichtet wird, soll zudem die soziale Integration im und außerhalb des Betriebes fördern.

(Belal Altryake, der im Büro von Flüchtlingsbeauftragter Miriam Koch seine Einstiegsqualifizierung absolviert.  - Foto: Uwe Schaffmeister)

Die ersten beiden Flüchtlinge, Belal Altryake und Nihad Marhak, haben nun im Büro der Flüchtlingsbeauftragten und beim Amt für Verkehrsmanagement dieses Vorpraktikum angetreten. Muhammad Wissam Al Hamwe und Khdr Hgab treten ihre Ausbildungsvorbereitung in der nächsten Woche bei der Feuerwehr an.

Die jungen Männer stammen alle aus Syrien. Belal Altryake (21) wird im Büro der Flüchtlingsbeauftragten auf eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter vorbereitet. Muhammad Wissam Al Hamwe (27) und Khdr Hgab (21) werden bei der Feuerwehr ihr Praktikum ableisten. Nihad Marhak (24) absolviert im Amt für Verkehrsmanagement ein Vorpraktikum für die Ausbildung zum Straßenbauer/Straßenwärter.

( Foto: Uwe Schaffmeister)

Oberbürgermeister Thomas Geisel stellt diese Ausbildungsinitiative zusammen mit Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Personaldezernent Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, der Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung des Jobcenters Düsseldorf, Christian Wiglow, dem stellvertretenden Amtsleiter für Personalwirtschaft und Ausbildung, Ulf Fischer und dem Geschäftsführer der Jugendberufshilfe Düsseldorf gGmbH, Peter Walbröl, am 29. März vor.

"Eine gute Ausbildung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration und Berufslaufbahn. Das wünschen sich auch junge Flüchtlinge. Die Stadt Düsseldorf braucht motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Da ist es eine Win-Win-Situation, wenn wir den jungen Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung eröffnen", erläuterte Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Neben dem praktischen Einsatz finden begleitende und auf die Bedürfnisse der Teilnehmer angepasste Unterrichtseinheiten (u.a. flankierender Berufsschulunterricht, Fachsprache Deutsch) statt. Die Teilnahme an Lehrveranstaltungen der zuständigen Berufsschule runden das Vorpraktikum ab und ermöglicht Einblicke in die zukünftigen Unterrichtsinhalte. Nach erfolgreichem Abschluss des Vorpraktikums  (Phase 1) sollen die Anwärter zum 1. September in ein reguläres Ausbildungsverhältnis wechseln.  Die Jugendberufshilfe wird die Auszubildenden während der gesamten Ausbildung begleiten und sie beim Spracherwerb und in den Prüfungsvorbereitungen gezielt unterstützen. Die Stadt Düsseldorf beabsichtigt die Absolventen nach erfolgreicher Ausbildung und entsprechender fachlicher und persönlicher Eignung in ein Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen.

(Oberbürgermeister Thomas Geisel mit Belal Altryake. - Foto: Uwe Schaffmeister)

Die erfolgreiche Integration setzt eine erhöhte soziale und interkulturelle Kompetenz sowie Sprachsensibilisierung bei den entsprechenden Ausbilderinnen und Ausbildern voraus. Das Ausbildungspersonal wird durch das städtische Hauptamt - Amt für Personal, Organisation und IT - eng begleitet, geschult und durch die JBH unterstützt.

(Aneta Platek)