14. Juli 2017
Abschlussveranstaltung "Ausbildung statt Stillstand"

Abschlussveranstaltung „Ausbildung statt Stillstand“

Die Integrationsbilanz auch des Modellprojekts „Ausbildung statt Stillstand“ ist auch 2017 Anlass zu Freude und ein wenig Stolz.

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Am 11.07.2017 konnten 16 junge Geflüchtete im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Ausbildungsrestaurant L'Abbaye unter prominenter Beteiligung ihre Abschlusszeugnisse und Berufsabschlüsse als Fachkräfte für Metalltechnik, Fachkräfte für Gastronomie und Sozialassistenten/innen in Empfang nehmen.

Bürgermeister Friedrich G. Conzen, der als Vertreter der Landeshauptstadt als erster sein Grußwort an die Absolventen und Netzwerkpartner richtete, gratulierte den jungen Erwachsenen zu einem wichtigen Meilenstein für ihre berufliche Zukunft und dankte  den beteiligten Akteuren: „Der Jugendberufshilfe und den drei Berufskollegs ist es mit ihren Partnern in vorbildlicher Weise gelungen, diesen jungen Menschen eine Ausbildung und damit eine nachhaltige Perspektive in unserer Landeshauptstadt zu ermöglichen. Das ist gelebte Integration. Dass die Ausbildungsberufe sowohl für den hiesigen als auch für die Arbeitsmärkte der Herkunftsländer relevant sind, hält Wege für die Zukunft offen und unterstreicht den nachhaltigen Charakter des Projektes.“

Jan Christoph Lamontain unterstrich für die beteiligten Landesministerien (Jugend, Schule, Arbeit) die Bedeutung dieses Modellprojekts und dankte den beteiligten Netzwerkpartnern auf Seiten der kommunalen Behörden sowie der Berufskollegs.

Ein Dank, dem sich Peter Walbröl für die JBH - auch an die Adresse der Paul und Mia Herzog Stiftung  - anschloss: „Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank, denn nur durch das Ausloten von Spielräumen und das passgenaue Tarieren wurde das Projekt betriebsfähig. Hierbei sind soziale Vernunft, Solidarität mit den jungen Menschen, humanitäre Aspekte und ökonomische Sichtweisen eine wunderbare Synthese zum Nutzen der uns anvertrauten jungen Menschen eingegangen. Das Ergebnis ermutigt, ja fordert geradezu auf, diesen jetzt begonnenen Weg fortzusetzen und zu verstetigen.“ Des weiteren nahm er  ebenfalls Bezug auf die Landesebene, gab der Hoffnung Ausdruck, dass die gewonnene Expertise dieses Modellprojekts auch für andere Kommunen genutzt werden könne und fragte nicht ganz ohne Schalk: „Warum sollte, was in Düsseldorf funktioniert, nicht auch in Köln funktionieren?“

Sehr persönlich waren dann die Beiträge der Absolventen gehalten, die angefangen vom anfänglichen Kulturschock über Startschwierigkeiten und Widrigkeiten auf ihrem erfolgreichen Weg in Ausbildung berichteten und Anekdotisches Revue passieren ließen: Seien es Missgeschicke, wie das Begießen eines Gastes mit einer Flasche Wasser, sprachliche Missverständnisse oder sportive Fiaskos beim Schwimmkurs: „Lustig war, dass am ersten Tag alle wie ein Stein untergegangen sind.“

Im Anschluss erfolgte die Übergabe der Zeugnisse und Berufsschulabschlüsse durch Herrn Urbanek für die IHK Düsseldorf und die Schulleiter Herrn Uchtmann-Göttinger (Franz-Jürgens-Berufskolleg), Herrn Schriever (Albrecht-Dürer-Berufskolleg) und Herrn Traud (Elly-Heuss-Knapp-Berufskolleg).

Nicht nur die Wortbeiträge und Dankesworte, vor allem der herzliche Umgang der Akteure miteinander im Anschluss an den offiziellen Part machten deutlich, dass hier sehr viel mehr realisiert werden konnte, als Schul- und Berufsabschlüsse.  Isaac Akwasi Afriyie brachte dieses Gefühl unter Verwendung eines ghanaischen Sprichworts auf den Punkt:

„Die Ausbildung ist für mich wie ein Besen. Ein Besen hat viele Borsten. Wenn man einen Borsten alleine nimmt, kann man nichts schaffen. Aber wir alle (Auszubildende, Anleiter, Lehrer usw.)  sind wie alle Borsten zusammen. Die JBH ist eine Familie und wie ein ganzer Besen. Zusammen können wir alles schaffen!“