09. Juni 2010
Gefilter Fisch trifft rheinischen Sauerbraten

Im festlichen Rahmen einer kulinarischen Abschlussveranstaltung präsentierten am 9. Juni 2010 im JBH Ausbildungsrestaurant „L’Abbaye“ die Kooperationspartner[1] die vorzeigbaren Ergebnisse des bundesweit einzigartigen Pilotprojektes „Koscheres Kochen und Service“, das nach einem achttägigen Abschlusstraining in Israel in insgesamt fünf Monaten erfolgreich umgesetzt wurde.

avi-steinitz-und-seine-eleven

Ziele dieser Zusatzqualifizierung sind, die Beschäftigungschancen der angehenden Köche zu steigern, das interkulturelle Miteinander zu stärken und einen Impuls an die Gastronomie zu senden, das bestehende internationale Angebot mit „Koscheren Speisen“ zu bereichern. Das Projekt startete mit drei Auszubildenden und zwei Ausbildern der JBH am 25. Januar 2010. In der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf wurden die Projekt-teilnehmer von jüdischem Fachpersonal und dem Gemeinde rabbiner in der Anwendung koscherer Speisegesetze (Kashrut) geschult und lernten unter Anleitung des israelischen Star-Kochs Avi Steinitz die Zubereitung koscherer Speisen. Der Ausbildungs lehrgang erfolgte in Form von vier eng an der Praxis orientierten Qualifizierungsmodulen. Vom 24. April bis zum 1. Mai 2010 konnten die Projekteilnehmer in Israel unter ihrem „Expeditionsleiter“ Avi Steinitz in Restaurants und Bäckereien weiteres Know-how erwerben, vor allem im weltbekannten „Lilith“ in Tel Aviv. Dort brachte sich die Düsseldorfer Delegation mit zwei kulinarischen Gastgeschenken nachhaltig in gute Erinnerung – „Kalbsleber Berliner Art“ und „Rheinischer Sauerbraten“, koscher zubereitet.

Die infolge der Berichterstattung positive Resonanz aus jüdischen Gemeinden gibt berechtigten Anlass, diese Zusatzqualifizierung perspektivisch auf Nordrhein-Westfalen bzw. auch bundesweit auszuweiten. Auf Grundlage der Resultate und Erfahrungen aus dem Pilotprojekt überlegt die IHK zu Düsseldorf, mit den Projektpartnern und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutsch land einen zertifizierten Qualifizierungslehrgang für ausgebildete Fachkräfte und Meister zu entwickeln. Damit verbundene Zielsetzungen sind auch, die Betriebe dafür zu sensibilisieren, eigenes Personal ausbilden zu lassen bzw. auf einen Pool zertifizierter Fachkräfte zurückgreifen zu können.



[1] Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein mit Sitz in
Düsseldorf, die Jugendberufshilfe Düsseldorf gemeinnützige GmbH und
die Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland.